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2. Projektphase 2016 bis 2020: Anfertigung des Manuskriptes und Publikation des Werkes


Die Forschungsergebnisse wurden in Form eines rund 450 Seiten umfassenden Buches veröffentlicht, das im Dezember 2019 erschien. Das Werk richtet sich an ein breiteres Publikum, das sowohl Berlinerinnen und Berliner wie auch offizielle Gäste der Stadt sowie Touristen einschließt. In einem allgemeinverständlichen, narrativ-flüssigen Stil geschrieben, liegt nun ein sorgfältig aus den Quellen recherchiertes sowie nach wissenschaftlichen Standards verfasstes Werk vor.

Das Buch stellt die herausgehobene Bedeutung des Roten Rathauses und seine Rolle als zentraler Schauplatz von rund 150 Jahren Berliner Geschichte dar, wobei das Rathaus als »Ort des politischen Handelns« konzeptionalisiert worden ist. Einen Untersuchungsschwerpunkt bildeten das Zustandekommen und die Umsetzung politischer Entscheidungen. Insofern handelt es sich eher um eine Institutions- und Politikgeschichte – mit dem Roten Rathaus als thematischem »Gravitationszentrum« – als um eine architekturhistorische Darstellung des Gebäudes selbst. Politische, gesellschaftliche und soziale Fragestellungen standen im Vordergrund. Andererseits ist jedoch zu berücksichtigen, dass im Fall des Roten Rathauses die äußere Gestaltung und funktionale Umbaumaßnahmen immer auch Ausdruck politischer Entwicklungen und eines sich wandelnden gesellschaftspolitischen Selbstverständnisses waren. Es galt also (und gilt weiterhin), die Gestaltung des Roten Rathauses – wie auch seines städtischen Umfelds – jeweils in Beziehung zu politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu setzen. Insofern kann die Buchveröffentlichung auch als Beitrag zu der aktuellen Diskussion um die künftige Gestaltung der »vergessenen Mitte« Berlins zwischen Alexanderplatz und Humboldt-Form verstanden werden.

Bei der Gestaltung des Buches wurde besonderer Wert auf aussagekräftiges Bildmaterial gelegt, das einen ästhetisch-anschaulichen Eindruck vom Erscheinungsbild und den jeweils spezifischen Veränderungen im und am Berliner Rathaus vermittelt. Als Quellenbasis dienten hauptsächlich die einschlägigen Bestände des Landesarchivs Berlin (Dokumente und Fotos) sowie Akten- bzw. Bildmaterial des Märkischen Museums, des Bundesarchivs und des Deutschen Historischen Museums. Für die Zeit der friedlichen Revolution und des Zusammenwachsens der Stadt ab 1989/90 wurden auch zahlreiche Zeitzeugen-Interviews geführt.