46 I HiKoPod I Der Flughafen Tempelhof und das KZ Columbia – Mit Karoline Georg und Thomas Werneke
Mitten in Berlin liegt das Tempelhofer Feld mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, über den viele Menschen bis zu seiner Stilllegung 2008 die deutsche Hauptstadt erreichten oder verließen. Heute stehen die markanten Gebäude als Denkmal für die bewegte und vielseitige Geschichte des Ortes. Hier wurde deutsche Luftfahrtgeschichte geschrieben, der Flughafen war lange Zeit Berlins Tor zur Welt und spielte für unterschiedliche deutsche Staaten und Regierungen eine wichtige Rolle. Nun ist er gleichzeitig als Bildungs- und Veranstaltungsort für die Öffentlichkeit zugänglich.
Aber abseits vom ‚Ort der Freiheit‘ und der Luftbrücke weist besonders die Anfangsphase dieses Berliner Wahrzeichens viele interessante Aspekte auf, die heute oftmals in Vergessenheit geraten sind. So befanden sich hier sowohl der erste Heimatflughafen der deutschen Lufthansa als auch das einzige eigenständige Konzentrationslager auf Berliner Boden, das KZ Columbia.
Im Podcast sprechen Karoline Georg, Expertin für das Columbia-Haus, sowie Thomas Wernecke von der Tempelhof Projekt GmbH mit Jannes Bergmann über die wechselvolle Geschichte dieses Ortes. Von den ersten Versuchen der Luftfahrt auf dem ehemaligen preußischen Exerzierfeld bis zum monumentalen Neubau im Nationalsozialismus geben sie einen Einblick in die Frühphase des Tempelhofer Flughafens. Dabei wird die enge Verknüpfung von Luftfahrt, Militär und Staat deutlich. Am Ende steht die Frage, wie die bis heute kaum bekannten dunklen Seiten Tempelhofs, wie der Einsatz von Zwangsarbeit durch die deutsche Lufthansa und das 1936 abgerissene KZ Columbia, in der Erinnerungskultur und Bildungsarbeit ihren Platz finden.
Hören Sie rein – https://hikopod.podigee.io/46-tempelhof
Bilder: KZ Columbia und Baustelle des Neubaus des Flughafens Tempelhof (Archiv Flughafen Tempelhof / Klinke & Co)